January 10, 2016

Behind the scenes: YT-Trip nach Südafrika

 

 

Jedes Jahr bringen wir neue Bikes auf den Markt, die dir vor allem eins besorgen sollen: Good Times! Egal, ob du mit deinen DIRT LOVE auf einem fetten Spot abgehst, mit dem CAPRA versteckte Trails entdeckst oder mit dem TUES Downhillstrecken zerbombst – am Ende zählt die gute Zeit auf dem Bike. Bei der Entwicklung unserer Produkte geben wir immer 100% und stecken all unsere Leidenschaft und Entschlossenheit in unsere Bikes. Bevor diese in Serienproduktion gehen, werden sie von uns und unseren Teamfahrern auf Herz und Nieren getestet. Erst wenn alle grünes Licht geben, geht ein Bike in die Produktion.

Ende November des letzten Jahres entschlossen wir uns, das brandneue CAPRA und das TUES mit nach Südafrika zu nehmen, um dort die Bikes zu fotografieren. Teamfahrer Andreu Lacondeguy, Ace Hayden und unser Marketing-Dude Franz ließen wir auf die südafrikanischen Trails los, um die Produktfotos unserer Range 2016 zu shooten. Ace ist unser Neuzugang zur YT-Family: Der kanadische Freerider hat uns mit seinem Style beeindruckt und passt extrem gut zu unserer Philosophie und unserem Team.

Die Welt bereisen und an verschiedenen Orten dieses Planeten zu biken, ist definitiv etwas Besonderes. Die Erfahrungen, die man auf solchen Trips machen darf, sind unbezahlbar und bereichern unser Leben. Man lernt neue Kulturen und Menschen kennen, die sich für unseren Mountainbiker-Lifestyle interessieren. Bei YT wissen wir das Privileg, die Welt durch Mountainbiking zu erkunden, sehr zu schätzen und sehen es nicht als selbstverständlich an. 

 

 

 

Als wir endlich nach einem langen Flug in Kapstadt ankommen, begeben wir uns sofort auf die Suche nach unseren Mietwagen. In Mitteleuropa herrscht mittlerweile Kälte, umso ausgelassener ist unsere Stimmung, als die ersten südafrikanischen Sonnenstrahlen unsere Gemüter erwärmen. So richtig wissen wir nicht, was uns in Kapstadt erwarten wird, niemand von uns war vorher schon mal hier. An der ersten großen Straßenkreuzung begrüßt uns ein sogenannter „Robot“. Robots stehen an Ampeln und klopfen an die Fensterscheibe deines Autos, um dir die wildesten Dinge zu verticken. Von Handyladekabel, über Freundschaftsbänder bis hin zu blinkenden Weihnachtsbäumchen haben die Jungs alles dabei.

Unsere Unterkunft liegt in Sommerset West, einer vornehmen Nachbarschaft, die ungefähr 30 min von Kapstadt entfernt ist. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch die gegensätzlichsten Ortsteile. Die flughafennahe, industrielle Landschaft geht langsam in ärmliche Blech- und Holzhütten über, die lange Zeit unseren Weg säumen. Die Fahrt auf dem Highway ist eine ziemlich krasse Erfahrung und hinterlässt bei uns tiefe Eindrücke. Die vorherrschende Armut um uns herum, hat uns in eine nachdenkliche Stimmung gebracht. Auf der einen Seite sehen wir brennende Autoreifen, Menschen, die ihre Kleidung in Pfützen waschen, Kinder, die neben der Autobahn spielen und unendlich lange Reihen von Dixie-Klos, die in den Townships als Gemeinschaftstoiletten dienen. Millionen von Südafrikanern leben in diesen heruntergekommenen Siedlungen, in denen Gewalt auf der Tagesordnung steht und sauberes, fließendes Wasser ein absoluter Luxus bleibt. 

 

 

Langsam aber sicher verwandeln sich die Ghettos der Townships wieder in normale Häuser und als wir Somerset West erreichen, steht plötzliche eine riesige Villa neben der nächsten. In „Belaire Estates“ sind wir die kommenden Tage zu Hause und die Wachmänner am Eingang zu unserer Siedlung erkennen wir schon von Weitem. Die Jungs checken uns ziemlich genau ab und sichern mit akribischer Genauigkeit, dass kein ungebetener Gast in die Luxus-Siedlung gelangt. Direkt am Eingang überrascht uns der Anblick eines fetten Dirtparks neben dem Häuschen der Security-Jungs. Andrew und Jonty Neethling, die man aus dem Downhillzirkus kennt, haben hier über Jahre hinweg einen grandiosen Dirtspot geschaffen. Wir sind schon ganz heiß darauf, endlich unsere Bikes zusammenzubauen und den Spot abzuchecken.

 

 

 

Nach dem bestandenen Security-Check fahren wir weiter zu unserer Villa. Ein mächtiges Haus mit sechs Schlafzimmern und einer unglaublich luxuriösen Inneneinrichtung wartet schon auf uns. Schnell laden wir unser gesamtes Zeug aus, bauen die Bikes zusammen und genehmigen uns eiskaltes südafrikanisches Bier. Währenddessen brutzeln geile Steaks auf dem Grill und die Sonne verschwindet langsam am Horizont.

Als wir am nächsten Tag aufstehen macht sich ein kleiner Hangover bemerkbar, der aber sofort verschwindet, als wir an die südafrikanischen Trails denken, die wir heute shredden werden. Die Helderberg Trails sind noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und wir genießen das Privileg, dort unsere Arbeit zu erledigen. Checkt mal die Facebook-Seite von den Jungs! Die Helderberg-Posse hatte einige Tage zuvor extra für uns die Trails präpariert und zu unserem Erstaunen sogar noch ein paar neue Jumps gebaut. Wahnsinn! Andreu lässt sich nicht lange bitten und zieht auf seinem Serien-TUES eine spektakuläre Show für die Locals ab. Wir genießen jede Sekunde unserer Session, bis die südafrikanische Sonne langsam untergeht. 

 

 

Der perfekt geshapte Dirtspot vor unserem Haus muss natürlich auch noch gecheckt werden, darauf sind wir schon die ganze Zeit heiß. Andreu, Ace, Franz und Fotograf Ale di Lullo können es kaum erwarten, mit den Downhillern auf den dicken Sprüngen abzugehen und Fotos zu machen. Nachdem die fette Session vorüber ist, kehren die Jungs erschöpft, aber völligst gestoked nach Hause zurück. Jeder trägt ein dickes Grinsen im Gesicht. 

Am darauf folgenden Tag stehen staubige Trails auf dem Programm, die sich in einem nieder gebrannten Wald befinden. Der Anblick der verkohlten Landschaft ist surreal und wir können das verbrannte Holz förmlich riechen. Unsere beiden Fotografen Ale und Ewald machen Killershots von uns und den Bikes und wir verbuchen einen weiteren erfolgreichen Tag. Die nächsten Tage laufen ebenfalls ziemlich gut, als wir auf steinigen, technischen und dschungelartigen Trails genau die Fotos schießen können, die wir brauchen.  

 

 

Und wie es nun mal mit Good Times ist, gehen sie viel zu schnell vorbei. Da macht auch unser Südafrika-Trip keine Ausnahme. Unsere Fotografen und Rider haben beeindruckende Resultate abgeliefert. Wir fahren mit dem Gefühl nach Hause, dass es das Leben gut mit uns meint und dass wir uns glücklich schätzen dürfen, die besten Destinationen dieser Welt bereisen zu können. Die Reise nach Südafrika hat uns die Augen geöffnet. Als wir in Kapstadt auf sechs- und siebenjährige Kinder auf der Straße trafen, waren sie unglaublich daran interessiert, was wir machten und fragten uns Löcher in den Bauch. Sie erzählten uns, dass sie einen Sandhügel rauf und runter rennen, um ihre Beine zu trainieren und später einmal als Profisportler das Township verlassen zu können. Sie flippten völlig aus, als wir ihnen Süßigkeiten, Wasser und Sandwiches brachten. Diese Jungs haben noch nicht einmal ein eigenes Paar Schuhe, während die Kinder in Europa oder in den USA darum batteln, wer das neueste Handy oder Videospiel besitzt. 

 

 

Eine Reise nach Südafrika stimmt auf jeden Fall nachdenklich – über das eigene Leben und die damit verbundenen First-World-Problems. Wir durften in Südafrika den absoluten Luxus genießen, mehr als manch einer von uns zu Hause hat, so dass uns der scharfe Kontrast zwischen Armut und Reichtum ziemlich hart traf. Das Land hat uns mit seiner Schönheit, den atemberaubenden Landschaften, dem Klima und vor allem den freundlichen Menschen schwer beeindruckt. Ghettos auf der einen Seite der Straße, bewachte Golfplätze auf der anderen – der Kontrast könnte nicht krasser sein! Solch einen Anblick hatte bisher keiner von uns erlebt. Das Land arbeitet daran, diese harten Gegensätze und Ungleichheiten abzuschaffen und wir hoffen sehr, dass es in naher Zukunft gelingen wird. Wir von YT möchten uns bei allen Leuten bedanken, die uns auf dieser Reise unterstützt und sie überhaupt erst möglich gemacht haben. Es war unvergesslich! Danke Südafrika!