April 13, 2016

Erstes Rennen, erster Sieg

 

Aaron on track! Pic by Ale di Lullo.

Vergangenes Wochenende stand das erste Downhill World Cup Rennen in Lourdes an und nachdem wir wochen- und monatelang fast durchgedreht waren, wollten wir es endlich wissen: Würde Aaron Gwin mit unserem TUES ein World-Cup-Rennen gewinnen? Bei YT herrschte Ausnahmezustand.

Die letzten Wochen waren unglaublich aufregend. Neben dem Launch unseres neuen Bikes arbeiteten Grafik, Marketing, R&D und Workshop fleißig am „YT Mob“, unserem ersten YT Downhill World Cup Team ever. Von der endgültigen Vertragsunterzeichnung bis zum Auftaktrennen lag nicht viel Zeit, weshalb Tag und Nacht geskypt, diskutiert, abgestimmt und abgenickt wurde. Von null auf hundert stemmten wir in wenigen Wochen ein Rennteam aus dem Boden, das von Team-Manager Martin Whiteley auf Spur gebracht werden sollte. Zum Glück brachte er ordentlich World-Cup-Erfahrung mit, um alle Beteiligten wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen und den Mob in die richtige Richtung zu lenken. Trotzdem: Wochenlang beschäftigte uns nichts Anderes.

Als Aaron und Martin im Januar dem Headquarter das erste Mal einen Besuch abstatteten, wurde das Ding dann endlich fix gemacht. Aaron schaute sich die drei YT Standorte in Forchheim an, durfte unzählige Hände schütteln und sich zig Gesichter und Namen merken. Am Ende des Tages gab es eine Runde Crossfit mit unseren Chefs Markus Flossmann und Stefan „Willi“ Willared in unserer Firmen-Mucki-Bude und anschließend Burger und Bier. Man war guter Dinge und die Grundlage war geschaffen, um im World Cup anständig Gas zu geben. Die Wochen vergingen wie im Flug und ohne dass wir es gemerkt hätten, stand plötzlich das erste Rennen vor der Tür. 

 

Aaron beim Cross Fit Forchheim. Pic by Christoph Laue.

Markus und Willi machten sich auf den Weg nach Lourdes, um live dabei zu sein. Die allgemeine Anspannung stieg, denn der Track in Lourdes zeigte sich nicht unbedingt von seiner entspannten Seite: Regen, Matsch und rutschige Steinpassagen machten es nicht nur unserem spanischen Youngster Angel Suarez schwer, sondern auch dem Profi Aaron. Beide legten sich mehrmals auf der Strecke ab, wobei sich Aaron trotzdem mit der zehntschnellsten Zeit fürs Rennen qualifizieren konnte. Angel schaffte es auf Grund eines Crashs leider nur auf Platz 89 und war somit bei den Finals nur Zuschauer. Ein herber Schlag für ihn, schließlich wollte er allen zeigen, was in ihm steckt. Aaron als alter Routinier wusste in diesem Moment ganz genau, wie sich sein Teamkollege fühlte und baute ihn wieder auf.

 

Number 1. Pic by Isac Paddock.

Währenddessen stürzten sich Markus und Willi ins World-Cup-Getümmel, trafen bekannte Gesichter und ließen den Abend entspannt ausklingen. Der nächste Tag in Lourdes versprach gut zu werden, der Himmel klarte auf und die Strecke trocknete allmählich ab. Das sollte Aaron in die Karten spielen. Unsere Chefs verfolgten das Rennen im Zielbereich, während wir uns mit Bier und Barbecue die Zeit im Headquarter vertrieben. Als Aaron schließlich zum Start rollte, lagen die Nerven fast blank. Im Headquarter wurde geschrien und getobt, was das Zeug hielt und als Aaron am ersten Split einen Vorsprung rausgefahren hatte, drehten alle durch. Wahnsinn wie er die brutale Strecke runterhämmerte! In Lourdes ging der Puls ebenfalls nach oben: Bis zum letzten Meter hielten Willi und Markus den Atem an, bis Aaron schließlich als Schnellster durchs Ziel fuhr und sich eine unglaubliche Erleichterung bei unseren Chefs breitmachte. Geschafft! Allerdings standen noch neun weitere Fahrer auf der Startliste, darunter Favorit Loic Bruni.

 

 

 

Fit und schnell sah er auf der Strecke aus und er legte ein unglaubliches Tempo vor. Er fuhr ein paar Lines, bei denen uns die Kinnlade runterklappte. Am ersten Split wollten wir es nicht glauben: Der Franzos‘ hatte tatsächlich die Nase vorn. Verdammt! Alle wären vor Spannung fast gestorben, bis Bruni den ersten kleinen Fahrfehler begang. Kurze Zeit später dann der unglaubliche zweite Fehler: Bruni fällt vom Bike und verliert seine Führung. Wir konnten es kaum glauben; in diesem Moment war klar, Aaron Gwin hatte das erste Rennen in Lourdes gewonnen. Für uns. Für YT Industries aus Forchheim. Was lange Zeit niemand glauben wollte und als absurdes Gerücht abgetan wurde, bestätigte sich an jenem Sonntag hammerhart. Die Underdogs mischen mal eben den World Cup auf. 

 

Der befreiende erste Sieg in Lourdes. Pic by Ale di Lullo.

In Forchheim wurde gejubelt und gefeiert, was das Zeug hielt. In Lourdes hingegen war man ziemlich geplättet: Für unseren Chef-Entwickler Willi ging ein lang gehegter Traum in Erfüllung und seine Augen wurden ganz glasig. Spätestens ab dem dritten Bier waren Markus und er ganz selig.

Dieser erste World-Cup-Sieg war für alle Beteiligten ziemlich emotional und befreiend. Der ganze Druck, der seit der Bekanntgabe des YT Mobs auf den Schultern lastete, fiel an diesem historischen Sonntag ab. Besser hätten wir nicht in die neue Saison starten können. Auch für den YT Mob war es genau das richtige Statement, um selbstbewusst zum zweiten Rennen nach Australien zu reisen. Wir sind gespannt, wie es mit dem Mob weitergeht und sind uns sicher, dass sich Angel beim zweiten Rennen etwas lockermachen und von seiner Performance zeigen kann. 

Jubel in Forchheim

Währenddessen in Lourdes

Irre! CEO Markus Flossmann und Marketing-Chefin Kerstin Kaufmann nach dem Rennen.

 

 

YT - Tales of the Mob #2, Race Recap

Unser Filmer hat den YT Mob das ganze Rennwochenende begleitet. Checkt die neueste Episode von "YT - Tales of the Mob", die Aarons Sieg verdammt gut auf den Punkt bringt.